Arnaldo Ricciardi Profil

Ricciardi wurde 1954 in Italien geboren und lebt seit 1964 in der Schweiz. Nachdem er die allgemeinbildende Schule absolviert hatte und nach einem kurzen Abstecher an einem Zürcher Gymnasium, setzte Ricciardi seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Lugano fort. Neben der Kunstgewerbeschule war in jener Zeit die Bekanntschaft mit dem Maler Leo Maillet (1902-1990) für die Förderung des angehenden Künstlers von ausschlaggebender Bedeutung. Maillet, der einstmals bei Max Beckmann in Deutschland studiert hatte, war der Vater eines Schulfreundes. Bei den Besuchen in dessen Atelier konnte Arnaldo sein Verständnis für die Malerei grundlegend erweitern. Diese frühe Förderung macht sich im souveränen Umgang mit dem Medium Malerei deutlich bemerkbar.

 

 

 Gegenüberstellung mit Ikonen

Zum Künstler selbst und seinem Ikonenbezug: Arnaldo Ricciardi malt Ikonen. Keine Heiligenbilder, wie wir sie aus Russland oder Griechenland kennen, sondern transzendente, über  sich und den gegenwärtigen Kontext hinausweisende Farbräume. Es sind „reflexive Arbeiten, welche Ruhe vermitteln und den Betrachter zum Innehalten anregen“ (F. Smola, Leopold Museum, Wien). 

Ricciardis Leinwände zeigen übereinandergeschichtete Farbfelder, die ihre Spannung aus dem beziehen, was zwischen ihnen und unter ihnen hervorscheint. Er selbst hat sich mit den farbtheoretischen Konzepten von van Gogh, Paul Klee und Kandinsky auseinandergesetzt. Ricciardi sieht seine Bilder nicht als etwas Absolutes, ohne unser Zutun Existierendes. Vielmehr lädt er uns ein, mit ihnen in einen Dialog zu treten und durch unser eigenes Sehen an deren Schöpfungsakt teilzuhaben. „Um etwas sehen zu wollen, muss man schauen können“, sagt er und schlägt damit die Brücke zu den Ikonen. Diese nämlich wollen ihren Betrachter zur inneren Schau hinführen. Und noch etwas verbindet seine Arbeiten mit den östlichen Kultbildern: die besondere Rolle der Seele bei der Betrachtung. Ricciardi betont, dass es entscheidend von der momentanen Seelenverfassung des Betrachters seiner Bilder abhängen, ob er bereit ist, sich auf eine freie, offene Wahrnehmung seiner Bilder einzulassen. Das könnte auch ein Ikonenschreiber über seine Werke geäussert haben.


Impressionen ausgestellter Werke